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Kraftwerk1 auf dem Weg zur Soziokratie

Hier teilen wir unsere Stationen der Einführung der Soziokratie.

Was ist die Soziokratie und warum führt sie Kraftwerk1 ein?

Das Soziokratische Kreisorganisationsmodell ist eine Organisationsform, die auf flachen Hierarchien und Selbstorganisation beruht. Entscheide werden dort gefällt, wo gearbeitet wird und nicht klassisch vom Vorstand, von oben nach unten. Man sagt über soziokratisch organisierte Teams, dass alle Beteiligten auf Augenhöhe zusammenarbeiten, dass gemeinsam gefundene Lösungen breiter abgestützt sind und dass damit das Vertrauen, die Motivation und die Zufriedenheit damit steigen.

Kraftwerk1 hat die SKM schrittweise eingeführt. Gestartet sind wir mit der Kreismoderationsmethode in Sitzungen, wo wir Konsententscheide fällen. Die Sitzungen sind sehr konstruktiv, gut strukturiert und alle werden gehört. Als zweites haben wir Rollen in offenen Wahlen gewählt und die Kreise konstituiert. Wir sind nun bereits so weit, dass in einigen Kreisen auch Delegierte der Siedlungen verteten sind und mitentscheiden. Dies war ein wichtiger Grund für den angestrebten Wandel: Dass sich die Siedlungen untereinander und die Siedlungen und die Verwaltungsorgane «näher» kommen. Denn wir sind in den letzten Jahren stark gewachsen, früher waren «wir» eine grosse Familie.

Die wichtigsten Dokumente

Stationen in der Einführung der Soziokratie

Seit 2021 befasst sich Kraftwerk1 mit der Soziokratischen Kreisorganisations-Methode (SKM). Erste Erfahrungen sammelte der Vorstand mit soziokratischer Sitzungsmoderation: Entscheidungen werden im Konsent getroffen, also nur dann, wenn keine schwerwiegenden Einwände bestehen. Dies fördert Gleichwertigkeit, Beteiligung und geteilte Verantwortung.

GS VS soziokratie 2021

2022 wurde der Kreis der Beteiligten erweitert: Auch die Geschäftsstelle begann, im Konsent zu entscheiden. Ein Implementierungskreis – bestehend aus Vorstand, Geschäftsstelle und erstmals auch zwei Bewohner:innen – entwickelte eine mögliche Kreisstruktur für die Genossenschaft.

2022 kraftwerk1 soziokratie 1

2023 entstanden erste Pilotkreise mit definierten Zuständigkeiten, den sogenannten Domänen. Die Zusammenarbeit wurde vermehrt themen- statt funktionszogen. In gemeinsamen Retraiten vertieften Vorstand und Geschäftsstelle den Kulturwandel. Die Ziele, Bewohner:innen in Kreise einzubinden und Mitbestimmung auf Augenhöhe zu fördern, wurden ausformuliert.

Retraite 23

Wir experimentieren mit neuen Abstimmungsformen

Seit der ausserordentlichen Generealversammlung im 2023 probieren wir uns aucn mit neuen Methoden der Abstimmung, mittels Zustimmungsmessungen statt reiner Ja/Nein-Abstimmungen. So können alle Mitglieder ihre Zustimmung oder ihre Bedenken differennziert manifestieren. Auch weil sie zusätzilch qualtitative Anmerkungen per Post-Its anbringen können. 
Rechtlich hatten wir es beim Beispiel von diesem Bild so gelöst: Alles von eins bis fünf bedeutet Ja, die 6 ein Nein. 
Die eins bedeutete grosse Zustimmung, die fünf "ich habe Bedenken, aber gehe mit", die 6 "ich habe einen schwerwiegender Einwand."

IMG 0158

2024 startete die Pilotphase: In jeder Siedlung wurden per Onlinewahl zwei Delegierte gewählt, die in den Kreisen Soziales sowie Planung, Bau & Betrieb mitwirken. Sie bringen die Siedlungsperspektiven ein und tragen Informationen von den Siedlungen in die Organisation und wieder zurück in die Siedlungen. Der Leitungskreis (früher Koordinationskreis KOK) bündelt Grundsatzentscheide. Auch im KOK sind nun Bewohner:innen aus den Siedlungen vertreten. Im Topkreis (TOK), der unter anderem für die Aussenwirkung und die Ausrichtung zuständig ist, arbeitet nun ebenfalls eine gewählte Bewohnerin mit.
2024 fanden auch Schulungen für interessierte Genossenschafter:innen statt.

Soziokratie workshop 2024 quer 1

2025 folgte die Neugründung des Kreises KEN. Dieser Kreis kümmert sich um die Themen Entwicklung und Nachhaltigkeit. 
Zudem hat im Herbst eine Zwischenmessung mit den Siedlungsdelegierten stattgefunden.

Die Siedlugsdelegierten haben zudem in jeder Siedlung zu einem Soziokratie-Abend eingeladen, wo Erika Haltiner, Co-Präsidentin, und Co-Geschäftsführer Andreas Engweiler vor Ort waren, um sich mit den Bewohnenden über die Soziokartie bei Kraftwerk1 auszutauschen.

Der Koordinationskreis wurde in Leitungskreis umbenannt.

Mitte 2026 ist der Pilot beendet. Dann werden wir gemeinsam messen, ob wir den angestrebten Zielen mit der Soziokratie näher kommen und wo wir nachsteuern müssen. 

Zudem folgen 2026 die zweiten Delegiertenwahlen in den Siedlungen.
(Bild: Sitzung des Leitungskreises).

Koordinationskreis dez